Auszählung im Rathaus: Mehrheit gegen Windkraft bei den Papierstimmen
Endergebnis folgt am Mittwoch
Gestern Abend, am Montag, den 2. November 2026, fand ab 18:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Bergneustadt die öffentliche Auszählung der papierhaften Stimmzettel zur Bürgerbefragung über die Windkraft statt. Ich war als Stadtverordneter der UWG Bergneustadt persönlich vor Ort, um die Zählung durch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aufmerksam zu begleiten.
Ebenfalls im Saal anwesend waren Landrat Klaus Grootens und Bürgermeister Matthias Thul sowie Ratskollegen der Fraktionen – außer FDP Bergneustadt und Die Grünen Bergneustadt. Zudem verfolgten Vertreter der Bürgerinitiative „Gegenwind Bergneustadt“, darunter Markus Rädler und Volker Heitmann, den zügigen und unaufgeregten Ablauf sehr genau.
Landrat Klaus Grootens und Bürgermeister Matthias Thul waren selbst vor Ort und beobachteten die Auszählung der Bürgerbefragung.
Die nackten Zahlen der Papierauszählung
Insgesamt wurden 1.551 Stimmzettel im Rathaus erfasst. Die vorläufigen Auszählungsdaten spiegeln ein klares Bild der abgegebenen Papierstimmen wider:
-
Frage 1 (Flächen des Oberbergischen Kreises am Beulberg für bis zu zwei Anlagen): 686 Ja-Stimmen | 856 Nein-Stimmen | 9 ungültig (entspricht rund 55,5 % Nein-Stimmen bei den gültigen Stimmen)
-
Frage 2 (Planungsrechtliche Voraussetzungen der Stadt östlich des Beulbergs für eine Anlage): 680 Ja-Stimmen | 864 Nein-Stimmen | 7 ungültig (entspricht rund 56,0 % Nein-Stimmen bei den gültigen Stimmen)
Damit liegt das „Nein“ bei beiden Fragen zur Windkraft auf den Papierstimmzetteln deutlich vorn.
Endergebnis erst am Mittwoch, 4. November 2026
Ein amtliches Gesamtergebnis ist dies allerdings noch nicht. Parallel liegen 3.875 Stimmen aus der Online-Abstimmung vor, die rund 71 Prozent aller rund 5.426 abgegebenen Stimmen ausmachen.
Die Zusammenführung der Daten erfolgt im nächsten Schritt: Am heutigen Dienstag werden die Papierfragebögen digital erfasst, eingescannt und mit den Datensätzen des Dienstleisters abgeglichen, um jegliche Doppelabstimmungen über die individualisierten Zugangscodes auszuschließen. Das offizielle Gesamtergebnis aus Brief- und Onlinewahl wird daher erst am morgigen Mittwoch, den 4. November 2026, durch Stadt und Kreis bekannt gegeben.
Bürgervotum achten statt Fraktionsdisziplin
Die Bürgerbefragung ist formal rechtlich nicht bindend – für mich als Kommunalpolitiker ist der Bürgerwille jedoch Verpflichtung. Während viele Stadtverordnete anderer Parteien ihr Abstimmungsverhalten noch offenhalten oder abwägen, gilt mein Wort:
„Ich werde mich bei den anstehenden Entscheidungen im Stadtrat strikt an das Gesamtvotum unserer Bergneustädter Bürgerschaft halten.“, so Sven Oliver Rüsche.
Meine persönliche Haltung dazu ist seit Langem bekannt und unverändert:
Industrielle Windkraftanlagen mitten in unseren intakten Wäldern sind für mich kein Beitrag zur Nachhaltigkeit, sondern ein eklatanter Verstoß gegen den Natur- und Umweltschutz. Wertvolle Waldflächen für tonnenschwere Fundamente, Zuwegungen und Rodungsschneisen zu opfern, zerstört genau das Ökosystem, das wir schützen müssen.
Hinzu kommt die wirtschaftliche Seite: Die massiven Investitionen in Zuleitungen und neu zu bauende Umspannwerke werden am Ende über steigende Netzentgelte von Westnetz direkt auf die Bürgerinnen und Bürger von Bergneustadt umgelegt.
Durch diese Windräder spart der örtliche Stromkunde unterm Strich rein gar nichts – die Zeche zahlen die Haushalte vor Ort.
Morgen Vormittag wissen wir, wie sich ganz Bergneustadt entschieden hat. Ich werde das Endergebnis hier unmittelbar für Sie einordnen und transparent begleiten.
Fotos: Sven Oliver Rüsche
Weitere Details und Hintergrundinformationen finden Sie schon bei News on Tour im Bericht:
Bergneustadt: Bürgerbefragung zur Windkraft
Bürgerbefragung Gegenwind Bergneustadt Klaus Grootens Markus Rädler Matthias Thul Stadtrat51702 UWG Bergneustadt Volker Heitmann Windkraft